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? Mädchenpink und Jungenblau ?

Tanztheater für Kinder ab sechs Jahren

Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind klein. Eine Differenzierung wird erst durch die Erziehung gemacht. Im genauen Gegensatz dazu produzieren Spielzeug- und Modefirmen strikt getrennt für Jungen oder Mädchen.
Der Einfluss der Spielzeugindustrie reicht weit und ganz freimachen von den vorgegebenen Idealen und Klischees können sich Kinder kaum.
Was macht Mädchen-und Jungensein heute aus? Welche Rolle spielen für Mädchen und Jungen die ihnen zugewiesenen Rollenmerkmale?
Mit den Mitteln des Tanz- und Objekttheaters entwickelten wir ein Stück zum Thema für Kinder im Grundschulalter. Spielerisch, mit Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Humor, werden die Verhaltensweisen und Normen mit Fragezeichen versehen, in Aktion und Tanz zur Darstellung gebracht. Was passiert mit einem coolen Superhelden, der plötzlich weinend zusammenbricht und sich bei seiner Partnerin mal so richtig ausheult?
Wie männlich kann eine Tänzerin sich gebaren, und was ist daran das „Männliche“, wenn es eine Frau tut? In atmosphärisch dichten, ausdrucksstarken Bildern und begleitet von einer phantasievollen Klangkulisse bewegen sich die beiden zeitgenössischen TänzerInnen Kanako Minami (w) und Balazs Posgay ( m) durch die Klischees hindurch und zerlegen diese genussvoll in ihre Bestandteile.

 

Tänzer reißen Mauern ein
Claudia Küppers feierte mit „? Mädchenpink und Jungenblau ?“ Premiere

Müssen Mädchen basteln und sich für Mode interessieren und Jungen sportlich und ehrgeizig sein? Dürfen Jungen auch mal weinen und sind Mädchen nur stark, wenn sie maskulin wirken?
Das neue Tanztheaterstück „ ? Mädchenpink und Jungenblau ?“, das die Düsseldorfer Choreographin Claudia Küppers nun im Theatermuseum vorstellte, geht diesen Fragen auf den Grund und zeigt, wie sich Rollenbilder auf Kinder auswirken. Mit leidenschaftlichem Spiel und ausdrucksstarken Choreographien demonstrieren Tänzerin Kanako Minami und Tänzer Balazs Posgay, dass es schöner ist, ohne Klischees gemeinsam Spaß zu haben. Das Duo erschafft durch Requisiten, wie angemalten Kartons und farbigem Papier, eine bunte Welt. Vor den Augen der Kinder basteln sich die Darsteller Kostüme, die zu ihrem Geschlecht passen. Das ist bei Posgay ein Anzug aus Luftpolsterfolie und bei Minami ein Kleid aus Papier.
Getrennt voneinander beginnen sie zu spielen: Während sie ein Kaffeekränzchen imitiert und einen improvisierten Laufsteg herunterstolziert, spielt er einen Gewichtheber, klopft sich auf die Brust und möchte auf dem Siegertreppchen oben stehen. Immer wieder werfen sie sich verstohlene Blicke zu und fangen an, in die Welt des anderen vorzudringen. Sich neckend verfallen sie in gemeinsame Tänze, kehren dann aber zurück in ihre Welten und mauern den Weg zum anderen schließlich zu.
Irgendwann haben die beiden aber doch genug von den Klischees. Sie basteln sich gegenseitig neue Kostüme, die bunt und lustig sind, aber mit Rollenzuschreibungen nichts mehr zu tun haben. Sie bauen die Mauer ab und tanzen euphorisch. Das Stück zeigt: Eigentlich sind Mädchen und Jungen gar nicht so verschieden. Erst die Geschlechter-Klischees, die Kindern früh beigebracht werden, scheinen den Unterschied zu machen. Claudia Küppers gelingt in ihrer Inszenierung eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema, die die Kinder nicht nur fasziniert, sondern auch zum Lachen bringt.

Rheinische Post vom 22.5.2017

 

Konzept / Choreographie   Claudia Küppers
Tanz / Choreographie Kanako Minami / Shan-Li Peng, Balazs Posgay 
Soundarrangement Tobias Heide 
Bühnen- und Kostümbild Anne Bentgens 
Lichttechnik    Robin Diehl
Presse & Öffentlichkeitsarbeit    

Alexandra Schmidt

Foto                                       Alexander Sucrow
Video Fabian Schulz

 

Eine Produktion von Claudia Küppers, gefördert durch das Kulturamt der Stadt Düsseldorf, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, die Kunststiftung NRW, die Stiftung van Meeteren und MoveArts e.V.. In Kooperation mit dem Theatermuseum Düsseldorf